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Ledertapeten


Das Goldleder ist eine der luxuriösesten Wandverkleidungen des 16. bis 18. Jahrhunderts. Es wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts durch bemalte Textilbespannungen, Wachstuchtapeten und schließlich auch durch die Papiertapete abgelöst. Obwohl vom 16. bis 18. Jahrhundert die Goldledertapeten in großer Zahl Schlösser und Bürgerhäuser schmückten, sind sie heute sehr selten geworden. Vielfach haben sie nur in der Verarbeitung zu einem Paravent bzw. als Verkleidung von Möbelobjekten überlebt. In vielen Museen und Schlössern sowie Privatsammlungen sind sie heute dagegen zu besichtigten.

Trotz des Namens hat Goldleder nichts mit tatsächlichem Gold zu tun; seine Wirkung kommt durch den Silberbelag zustande, der mit einem Firnis bestrichen wurde, der eine "goldene Oberfläche" bewirkte. Danach wird das Muster mit der hölzernen Form auf die Oberfläche gepresst und das Leder und die Muster mit verschiedenen Farben bemalt. Als 1628 das Model zur Prägung eingesetzt wurde, entstand damit die erhabene Ledertapete.

Die Ornamente auf den Goldledertapeten waren während der Jahrhunderte nicht gleich. Die Muster der frühesten Tapeten waren inspiriert oder nachgebildet nach Textilmustern. Aber es währte nicht lange, bis die Hersteller ihre eigenen Muster speziell von Malern und Silberschmieden entwerfen ließen. Die meisten Muster sind in ihrem Ornamentwerk reichhaltig, mit vielerlei Variationen und Kombinationen: Ohrmuschelwerk, Groteskeornamente, Vögel, Blumen, Insekten, allegorische Figuren und florale Motive.

Im frühen 18. Jahrhundert wurden die Ornamente beinahe symmetrisch durch den Einfluss des Architekten Daniel Marot (1661-1752). Im zweiten Drittel des Jahrhunderts beeinflussten textile Entwürfe die Goldlederherstellung erheblich. Nicht nur die Ornamente wurden kopiert, sondern ebenso die Länge. Anstelle der gewöhnlich rechteckigen Paneele mit den annähernden Massen von 65 x 75 cm wurden die einzelnen Lederblätter zusammengeleimt, um lange, vertikale Bahnen zu bilden.

Die Ledertapeten hatten ihren Niedergang mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert. Eine gewisse "Renaissance" erlebten sie im Historismus und vereinzelt im Jugendstil.


   
     
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